{"id":632,"date":"2016-01-10T19:45:03","date_gmt":"2016-01-10T18:45:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.christianskochstudio.at\/homepageneu\/?p=632"},"modified":"2016-01-10T19:45:03","modified_gmt":"2016-01-10T18:45:03","slug":"gekochteerdaepfel","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.christianskochstudio.at\/homepageneu\/gekochteerdaepfel\/","title":{"rendered":"Gekochte Erd\u00e4pfel"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><img src=\"http:\/\/www.christianskochstudio.at\/pictures\/pellindex.png\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Geschichte der Erd\u00e4pfel ist abenteuerlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie kommen urspr\u00fcnglich aus Peru, Francis Drake hat sie nach Europa gebracht. Die Adeligen haben sich mit den Bl\u00fcten geschm\u00fcckt und sie zu essen war vor einigen Jahrhunderten \u00fcberhaupt nicht selbstverst\u00e4ndlich. Beziehungsweise hat der Akt des Verspeisens nicht immer ein gl\u00fcckliches Ende gehabt: im 16. Jahrhundert, als die Europ\u00e4er das erste Mal Erd\u00e4pfel angebaut haben, haben sie leider zuerst die oberirdischen Teile gekostet. Sie enthalten aber ein Nervengift (namens Solanin), also das war wirklich keine Gaudi. Sp\u00e4ter hat man aber entdeckt, dass die Knollen weder giftig noch geschmacklos sind, so wurden langsam aus der Zierpflanze. das weltweit bekannte und angebaute Volksnahrungsmittel, das heutzutage in \u00fcber 5000 Sorten erh\u00e4ltlich ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gekochte Erd\u00e4pfel klingen sehr r\u00fcckst\u00e4ndig, einfach, vielleicht auch bl\u00f6d: man schmei\u00dft die Erd\u00e4pfel ins Wasser, wartet 20-30 Minuten und das Essen ist fertig. Na und? Es ist nichts Gro\u00dfartiges, warum nehmen wir dann das Rezept in unsere Sammlung auf?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr alle haben wir einen guten Grund: es ist schonend f\u00fcr eine schlanke Geldtasche, und f\u00fcr Snobs auch nicht peinlich, es ist praktisch f\u00fcr vollbesch\u00e4ftigte Leute, es enth\u00e4lt viele N\u00e4hrstoffe, es ist optisch sch\u00f6n anzusehen und f\u00fcr Nostalgiker ein Highlight, Vegetarier haben mit dem Essen ihre Freude und Fleischesser bleiben danach auch nicht mehr hungrig, kleine Kinder k\u00f6nnen die Tischdecke mit den gesch\u00e4lten Erd\u00e4pfeln \/ mit der Butter \/ Sauerrahm vollschmieren und Literaten d\u00fcrfen sich auch nicht beklagen, es wurde der Pellkartoffel (Pellka) auch ein Gedicht gewidmet:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Joachim Ringelnatz: Abschiedsworte an Pellka<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jetzt schl\u00e4gt deine schlimmste Stunde,<br \/>\nDu Ungleichrunde,<br \/>\nDu Ausgekochte, du Zeitgesch\u00e4lte<br \/>\nDu Vielgequ\u00e4lte,<br \/>\nDu Gipfel meines Entz\u00fcckens.<br \/>\nJetzt kommt der Moment des Zerdr\u00fcckens<br \/>\nMit der Gabel! Sei stark!<br \/>\nIch will auch Butter und Salz und Quark<br \/>\nOder K\u00fcmmel, auch Leberwurst in dich stampfen.<br \/>\nMu\u00dft nicht so \u00e4ngstlich dampfen.<br \/>\nIch m\u00f6chte dich doch noch einmal erfreun.<br \/>\nSoll ich Schnittlauch \u00fcber dich streun?<br \/>\nOder ist dir nach Hering zumut?<br \/>\nDu bist ein so r\u00fchrend junges Blut.<br \/>\nDeshalb schmeckst du besonders gut.<br \/>\nWenn das auch egoistisch klingt,<br \/>\nSo tr\u00f6ste dich damit, du wundervolle<br \/>\nPellka, da\u00df du eine Edelknolle<br \/>\nWarst, und da\u00df dich ein Kenner verschlingt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zutaten f\u00fcr 2 Personen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2 gekochte Erd\u00e4pfel pro Person<br \/>\nButter<br \/>\nBergk\u00e4se<br \/>\nSauerrahm mit Schnittlauch<br \/>\ngr\u00fcner Salat mit Paradeiser<br \/>\nSalz, Pfeffer aus der M\u00fchle (schwarz)<br \/>\nButtermilch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Geschichte der Erd\u00e4pfel ist abenteuerlich. 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