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Bärlauchsamtsuppe

 

In den Wäldern herrscht wieder der wilde Knoblauchgeruch: die Bärlauch-Saison tobt, aber nicht mehr lange. Leider dauert sie nur von Ende März bis Mai, also wir sollen uns beeilen, mit passenden Zutaten (Avocado, Topfen, Spargel) experimentieren oder die altbewährten Rezepte (Suppe, Pesto, Nockerl, Risotto) schnell zubereiten und neben dem intensiven Geschmack auch die blutreinigende Wirkung genießen.

Wenn die Saison vorbei ist, auch dann sollen wir nicht ohne Bärlauch-Produkte leben. Aufs Brot können wir Bärlauch-Honig streichen, der nach Lauch riecht, aber einen alltäglichen Honiggeschmack hat. Es gibt auf dem Markt auch Bärlauch-Tee und Schnaps, wir können unseren Salat mit Bärlauch-Essig würzen und wenn die Kühe im Stall Bärlauch fressen, kriegen wir zum Frühstück ein paar Liter Bärlauch-Milch.

Zutaten für 2 Personen:

5 dag Bärlauch
10 dag frisches Lachsfilet pro Person
1/8 l Milch
1/16 l Schlagobers (Rahm)
2 dag Butter
1 Schalotte
1/2 l Suppe
1 Erdapfel
Salz
Pfeffer aus der Mühle (schwarz)
Kümmel
1 Schuss trockener Weißwein

1. Butter erwärmen, Zwiebel anrösten.
2. Mit Weißwein ablöschen.
3. Mit Suppe aufgießen und den kleingewürfelten Erdapfel dazugeben.
4. Würzen, weich kochen und im Mixer cremig pürieren.
5. Dann Bärlauch reinigen, in Streifen schneiden, zur Milch geben, fein pürieren.
6. Dann zur Suppe geben, einmal aufkochen und mit Schlagobers (Rahm) verbessern.
7. Dann die ganze Suppe noch einmal in den Mixer geben und kurz aufmixen.
8. Wieder zurück in den Topf, abschmecken.
9. Die 2 Lachsstreifen für 30 Sekunden in der Suppe ziehen lassen und anschließend in großen, vorgewärmten Tellern servieren.

Boeuf Stroganoff

Boeuf Stroganoff ist ein beliebtes Gericht. Für Thomas Lieven sicherlich. Woher könnten wir ihn kennen? Er ist der Hauptdarsteller des Romans „Es muss nicht immer Kaviar sein“ von dem österreichischen Schriftsteller Johannes Mario Simmel. Thomas lebte in London zur Zeit des Zweiten Weltkrieges. Er arbeitet als Geheimagent für Deutschland, später für Frankreich. Das Buch erzählt von seinen Reisen und Abenteuern, in denen er immer neue Frauen kennenlernt, die er stets mit einem köstlichen Essen verführt. Die Rezepte sind im Buch tatsächlich ersichtlich und man kann sie nachkochen: Parmesanpudding, Kaviar im Schlafrock, Truthahn mit Trüffelfarce, warme Lachsbrötchen, oder das Lieblingsgericht von Thomas Lieven: Boeuf Stroganoff.

Da ich einem Geheimagenten nicht blind traue, koche ich das Rezept von Willibald Haider.

Zutaten für 2 Personen:

30 dag Rindslungenbraten
1 Zwiebel, mittelgroß
10 dag Champignons
10 dag Essiggurkerl, süßsauer
1 TL Paprikapulver, edelsüß
1/8 l Sauerrahm
Öl
Salz
Pfeffer aus der Mühle (schwarz)

1. Lungenbraten in Streifen schneiden.
2. Öl in einer schweren Bratpfanne erhitzen.
3. Das Fleisch kurz anbraten. Salzen, pfeffern und anschließend warm stellen.
WICHTIG!!! Das Sautieren (französisch „springen“, kurz in Butter braten – ist eine besondere Form des Kurzbratens, wenn Fleisch oder Gemüse durch Schwenken immer wieder gewendet und von allen Seiten gut anbraten wird) geschieht immer in kleinen Mengen. So kann nur wenig Fleischsaft austreten, das Fleisch wird geröstet und erhält eine schöne Kruste. Ist die Menge zu groß, wird das Fleisch durch die austretende Flüssigkeit bloß gedünstet.
4. Zum Bratenrückstand Öl gießen und den geschnittenen Zwiebel goldgelb anrösten.
5. Die geviertelten Champignons und die in Streifen geschnittenen Essiggurkerl dazugeben und mitbraten.
6. Paprikapulver dazugeben und verrühren.
7. Sauerrahm zum Röstgemüse gießen. (Ich verzichte auf das Mehl, wie es im Rezept steht.)
8. Kurz aufkochen, Fleischstückchen zugeben, verrühren und ziehen lassen.
9. Mit Spätzle servieren.

Beef Fajitas

fajitas

Wer sich mit dem Thema Tortillas & Co. auskennt, Hut ab!

Erstens:
Eine Tortilla ist ein mexikanisches Fladenbrot (und auch ein spanisches Omlette, aber das ist jetzt Wurst).

Zweitens:
Wenn Tortillas gefüllt sind, bekommen sie einen anderen Namen: Burritos (spanisch = kleiner Esel). Die Füllung kann unter anderem Fleisch, Bohnen, Reis, Paradeiser, Avocado, Käse, grüner Salat, saure Sahne usw. sein. Wichtig ist, dass Burritos gefüllt werden und gerollt serviert werden.

Drittens:
Die Amerikaner nennen sie Wraps (von englisch to wrap, „wickeln, einhüllen“).

Viertens:
Wenn die Tortillas und die verschiedenen Füllungen einzeln serviert werden und die Hungernden den weichen Weizenteig individuell nach Lust und Laune füllen und rollen, dann sprechen wir über Fajitas. Fajitas bestehen ursprünglich aus gegrilltem Rindfleisch, Chili und Tortillas. Aber heutzutage sind die Variationen von Füllungen endlos.

Fünftens:
Wie es ausschaut, haben wir eindeutig Fajitas gegessen! :)

Zutaten   für 4 Personen:

fertiger Tortilla Teig
pro Person 12 dag Rindslungenbraten in Streifen geschnitten
ein gelber, ein roter und ein halber grüner Paprika
1 Zwiebel
Öl
Salz
Pfeffer aus der Mühle (schwarz)
1 Becher Sauerrahm
3 mittlere Paradeiser
Mais
Eisbergsalat
Käse

1. Das Fleisch in Etappen kurz und kräftig in Öl anbraten, auf die Seite stellen.
2. Die Zwiebel in feine Spalten schneiden und in den Bratenrückstand geben, die Zwiebel sollen sich mit dem Bratenrückstand vollsaugen.
3. Die Paprikastreifen zu den Zwiebeln in die Pfanne geben und mitrösten.
4. Zum Schluss das Fleisch wieder dazugeben und alles gut durchmischen.
5. Paradeiser in Würfel schneiden, salzen und pfeffern.
6. Käse reiben.
7. Den Eisbergsalat in feine Streifen schneiden.
8. Sauerrahm glatt rühren.
9. Alle Zutaten der Füllung (Mais, Paradeiser, Käse, Salat, Sauerrahm) in kleinen Schüsseln auf den Tisch stellen.

fajitassauce

10. Die Tortillas erhitzen – siehe Packungsbeilage 😉 .
11. Den Teig befüllen: das unterste Drittel frei lassen, das braucht man zum Zusammenfalten. Die erste Schicht ist immer der Sauerrahm, danach nach Lust und Laune.
12. Falten und fertig!

fajitasfalten

 

Über mich

1In den letzten 40 Jahren habe ich ungefähr 14.000 Mal zu Mittag gegessen.

Essen ist eine Notwendigkeit, die uns die Natur vorgibt.
Allerdings sind wir selber in der Lage, uns die Speisen so angenehm und wohlschmeckend zu bereiten, wie wir uns das vorstellen.

Dazu gehören mehrere verschiedene Voraussetzungen:

Zu wissen, was man essen will.
Zu wissen, wo man die entsprechenden Zutaten bekommt.
Zu wissen, wie man  die Zutaten bearbeitet, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen.

Dass ich gerne esse und gerne gut esse, habe ich schon bald festgestellt. Das kann eine ordentliche Leberkässemmel sein, das kann ein guter Käsekrainer vom Würstlstand sein, das kann ein Schnitzel in einem Gasthaus sein, aber natürlich auch ein mehrgängiges Menü in einem Haubenlokal sein. Dass Kochen für mich Muse bedeutet und dass daraus eine Leidenschaft entstanden ist, habe ich auch bald festgestellt. Im Laufe der letzten Jahre ist eine kleine Rezeptsammlung entstanden und die möchte ich mit euch teilen.

Alle Gerichte, die auf der Seite beschrieben sind, koche ich selber zu Hause. Ich bevorzuge regionale Produkte und achte dabei besonders auf deren Qualität. Die Rezepte sind zum Teil von Freunden und Bekannten, teils aus Kochbüchern, auch versuche ich manchmal Gerichte von Haubenköchen nachzukochen.

Die Zutaten für die Gerichte bekommt ihr in jedem Supermarkt, die Rezepte sind übersichtlich geschrieben und einfach nachzukochen, also viel Spaß beim Lesen und beim Nachmachen!

SCHAUEN – STAUNEN – KOCHEN