Kategorie-Archiv: Fleisch

Rindsgulasch

Obwohl die ungarische Gastronomie noch in den Kinderschuhen steckt, war Christian Meyer, der Kontrolltester des Gault Millau schon vor drei Jahren sehr zuversichtlich. Er meint, dass das kleine Land zehn Jahre braucht, um mehrere Haubenrestaurants zu haben, aber die Basis zur Entwicklung ist offensichtlich da: mehrere Gerichte der ungarischen Küche sind schon weltweit berühmt und beliebt, zum Beispiel das Gulasch. Der Begriff Gulyás wird in Ungarn für eine Suppe benutzt, aber das international verwendete Wort Gulasch heißt in Ungarn Pörkölt.
Das erste Gulasch-Rezept erschien in einem Prager Kochbuch im Jahr 1819 und verbreitete sich schnell in den umliegenden Ländern.
Das Wiener (Saft)Gulasch ist in der österreichischen Küche ein klassisches, aber auch ein neudefiniertes Gericht in mehreren Variationen: das üppige Fiakergulasch, das Esterházy-Gulasch mit Sauerrahm, das Andrássy-Gulasch mit Haluschka, das Debrecziner Gulasch mit Würstel oder das Bauerngulasch (Rindsgulasch mit Knödeln), was heute unser Rezept ist.
Das Grundrezept ist vom Haubenkoch Willibald Haider, in einigen Punkten habe ich das Rezept geändert: ich verwende kein Schweineschmalz, sondern Öl und gebe auch in kleine Würfel geschnittenen roten Paprika dazu.
Beim Gulasch ist wichtig, dass man gleich große Mengen kocht: nach der alten Tradition schmeckt das Gulasch umso besser, je öfter es erwärmt wird, weil das Fleisch durch das lange Warmhalten immer mehr Geschmack bekommt.

Zutaten:

1 kg mageres Rindfleisch
1 l Rindsuppe (Wasser)
75 dag Zwiebel
Maiskernöl
2 EL Paradeismark
3 EL Paprikapulver (edelsüß)
Salz, Pfeffer aus der Mühle (schwarz)
2 Lorbeerblätter
1 TL Kümmel
Majoran
2 Knoblauchzehen
1/2 Chilischote
1 roter Paprika

1. Öl in einem großen Topf erhitzen.
2. Fein geschnittene Zwiebel dazugeben.
3. Zwiebel unter ständigem Rühren goldgelb rösten, die in Würfel geschnittenen roten Paprika dazugeben, verrühren und mitrösten.
4. Paradeismark zugeben, gut verrühren und den Topf von der Herdplatte nehmen.
5. Paprikapulver einstreuen und ca. 2 Minuten gut verrühren.
6. Mit ca. 1 Liter Rindsuppe aufgießen und ca. 1/2 Stunde köcheln lassen.
7. Gewürze beigeben (Thymian, Chili, Lorbeerblätter, Kümmel, Knoblauch), abschmecken und weiterköcheln lassen.
8. In der Zwischenzeit das Fleisch würfelig schneiden und danach salzen und pfeffern.
9. Das Fleisch zum Gulaschansatz geben und im offenen Topf mindestens 3 Stunden dünsten, bis das Fleisch weich und das Gulasch eine sämige Konsistenz hat.
10. Mit Knödel oder Püree servieren.

Rindsfiletsteak

Heute gibt es Steak. FLEISCH!!
Ihr müsst umsichtig einkaufen, auf die Qualität achten und in diesem Fall hat Qualität ihren Preis (mit Euro 6,- bis 8,- pro Person muss man rechnen).
Beim Braten kann auch einiges schief gehen: man kann nie 100 % sicher sein, wie das Fleisch innen ausschaut. Normalerweise gibt es drei Arten, das Fleisch zu servieren: „rare“ (blutig), „medium“ (rosa) und „well done“ (durchgebraten). Perfekt ist ein Rindsfiletsteak, wenn es medium gebraten ist. Es gibt mehrere Ideen, wie man diesen Zustand erreichen kann, zum Beispiel pro Seite 2 Minuten anbraten, dann im Ofen bei 160 Grad einige Minuten fertig ziehen lassen.
Ich mache es folgendermaßen: pro Seite und pro cm 1 Minute in Öl anbraten, dann bei 100 Grad pro Seite und pro cm 1 Minute im Rohr garen.
Serviert wird es auf warmen Tellern und dazu ein kräftiger Rotwein.
Wenn ihr euch an diese kleinen Tipps haltet, könnt ihr leider noch kein Steakhouse eröffnen, aber der größte Schritt zum perfekten Steak ist bereits gemacht!

Zutaten:

1 Rindslungenbratensteak pro Person (ca. 3 cm Stärke, 150-200 g pro Person, ohne Sehnen, schön geputzt)
10 dag Eierschwammerl pro Person
1 Zwiebel
Rindsuppe
Weißwein
1 Becher Schlagobers
1 Bund Petersilie
1 mittlerer Erdapfel pro Person
Öl
Butter
Salz, Pfeffer aus der Mühle (schwarz)

Sauce:
1. Zwiebel in Würfel schneiden und in heißem Öl anschwitzen.
2. Sauber geputzte und halbierte Eierschwammerl dazugeben und scharf anrösten. Unbedingt das austretende Wasser komplett verdunsten lassen. Solange scharf anbraten, bis sie Farbe nehmen.
3. Mit trockenem Weißwein ablöschen. Es wird ordentlich zischen, wenn der Alkohol verdampft.
4. Geduld haben! Warten, bis die komplette Flüssigkeit verschwunden ist.
5. Mit Rindsuppe aufgießen und auf die Seite stellen. Später, vorm Servieren mit Schlagobers aufgießen und leicht köcheln lassen, bis der Schlagobersgeschmack verschwindet.

Erdäpfelgratin:
1. In der Zwischenzeit können wir die fest kochenden Erdäpfel schälen und mit der Brotmaschine in 2 mm Scheiben schneiden, im kalten Wasser waschen.
2. Die Erdäpfel mit der Küchenrolle gut trocknen und auf einen großen, flachen Teller auslegen.
3. Salzen, pfeffern, mit Schlagobers bedecken.
4. Bei 180 Grad Celsius Oberhitze 20 Minuten ins Rohr.

Steak:
1. Das Fleisch putzen, Fett entfernen.
2. Auf einer Seite salzen und pfeffern, auf der gewürzten Seite pro cm eine Minute (in diesem Fall sind die Steaks 3 cm dick, also 3 Minuten pro Seite) im Öl (mit ein bisschen Butter gemischt) anbraten (Stufe 7 aus 10).
3. In der Zwischenzeit auch die andere Seite würzen und wieder 3 Minuten anbraten.
4. Das Fleisch in Alufolie packen, pro Seite und cm 1 Minute bei 100 Grad ins Rohr hineinlegen (2 Seiten x 3 cm, also 6 Minuten in diesem Fall).
5. Sauce mit dem Bratrückstand mischen, fein gehackte Petersilie dazugeben und servieren.

Weinempfehlung: Pinot Noir von Juris

Reisfleisch

Wenn Serbien, dann:
Belgrad für die Touristen.
Wasserball und Tennis für die Fans.
Emir Kusturica im Kino.
Goran Bregović für die Ohren.
Boban Marković für die Tanzbeine.
Reisfleisch für die Gaumenfreude.

Zutaten:

10 dag Reis pro Person (für 2 Erwachsene 1 Kaffeetasse)
Rindslungenbraten (pro Person 10-15 dag)
je 1 roter und gelber Paprika
1 Zwiebel
1 TL Paprikapulver
2-3 TL Paradeismark
2 Tassen Rindsuppe
Öl
Parmesan
Petersilie

1. Die aus der Mitte geschnittene Zwiebel mit dem blättrig geschnittenen Rindsfilet im Öl scharf anbraten, salzen, pfeffern.
2. Die Pfanne von der Flamme ziehen.
3. Paprikapulver hinzugeben, eine Minute rühren.
4. Paradeismark dazu, eine Minute rühren.
5. Mit der Suppe aufgießen.
6. Die in Streifen geschnittenen Paprika hinzugeben.
7. Reis dazumischen, gut durchrühren.
8. 20 Minuten auf kleiner Flamme zugedeckt fertigkochen.
9. Mit frisch geriebenem Parmesan und fein gehackter Petersilie servieren.

Tipp:
Bei mehreren Personen das Fleisch in Etappen anrösten, damit der Temperatur in der Pfanne nicht abkühlt. Wenn das Fleisch gekocht und nicht gebraten wird, verliert es Saft und wird zu trocken sein.
Rindslungenbraten ist zum Reisfleisch perfekt: es bleibt saftig und schmeckt am besten.

Lasagne al forno

Wer kennt das traditionelle italienische Gericht nicht? Besser gesagt: das traditionelle englische Gericht. Es ist kein Fehler: britische Forscher sagen, dass Lasagne aus England, aus dem 14. Jahrhundert stammt, weil ein geschichtetes, mit Käse überbackenes Nudelgericht schon in einer Rezeptsammlung (Forme of Cury) von König Richard des II. als „loseyns“ beschrieben wurde. Die Italiener verbitten es sich und sie haben bewiesen, dass ein offizieller Lasagne-Hersteller schon im Jahr 1316 gelebt hat.
Was sicher ist: das Wort „lasagne“ bedeutet Nachttopf, weil Frauen das Gericht früher (und in Italien immer noch) schon am Abend vorbereitet haben, der Topf ist dann in der Früh in den Ofen gekommen, wo das Essen bis zum Abend den perfekten Geschmack erreicht hat.
Lasagne besteht normalerweise aus vier Grundelementen: hausgemachte Nudelplatten, Fleischsauce, Bechamel und frisch geriebenem Parmesan. Ich lasse Mehl aus meinen Gerichten weg, wenn es möglich ist, deswegen wird Lasagne in meiner Küche ohne Bechamel zubereitet.

Zutaten für 2 Personen:

Lasagneblätter
30 dag mageres Rindsfaschiertes
10 dag Goudakäse
4 mittlere Paradeiser
1 große Knoblauchzehe
1 Zwiebel
1 roter Paprika
1 halber Bund Basilikum
Salz, Pfeffer aus der Mühle (schwarz)
(Chili)

1. Paradeiser und Paprika würfeln, Knoblauch in Stücke schneiden, Basilikum fein hacken.
2. Alles in einen Mixbecher geben, salzen, pfeffern und alles gut durchmixen. Die Grundbasis Tomatensauce ist fertig.
3. Zwiebel in kleine Würfel schneiden und mit dem Fleisch braun anbraten.
4. Sauce dazugeben und einmal aufkochen lassen.
5. Lasagneform nehmen und alles schichtweise ordnen: Fleisch – Nudelplatten – Fleisch – Nudelplatten – frisch geriebener Käse.
6. Im vorgewärmten Ofen 30-35 Minuten bei 180 Grad Celsius backen.

Fleischlaibchen mit Lauch-Karotten

Nach der öffentlichen Umfrage, die mit der Unterstützung der Wirtschaftskammer Österreich, Fachverband Gastronomie organisiert wurde und die die Meinung von 26.000 Leute zeigt, sind die Lieblingsgerichte in Österreich folgende:

Kategorie Vorspeise:

1. Frittatensuppe
2. Leberknödelsuppe
3. Grießnockerlsuppe

Kategorie Hauptspeise:

1. Wiener Schnitzel
2. Cordon bleu
3. Backhendl

Kategorie Nachspeise:

1. Kaiserschmarrn
2. Apfelstrudel
3. Tiramisu

In der Kategorie Hauptspeise haben auch die Fleischlaibchen eine noble Platzierung erreicht: nach dem Schweins- und Zwiebelrostbraten stehen sie auf dem 6. Platz.

Lasst uns braten!

Zutaten:

1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
Öl
Butter
1 Bund Petersilie
Majoran (frisch, wenn möglich)
1 dl Milch
2 Eier
50 g Semmelwürfel
1/2 Kilo Rindsfaschiertes
1 halber Lauch
2 große Karotten
Zucker
2 dl Suppe
1 TL Dijon Senf
Salz
Pfeffer aus der Mühle (schwarz)

1. Zwiebel, Knoblauch und den halben Bund Petersilie fein hacken, in Öl anschwitzen.
2. Majoran dazugeben.
3. In einem separaten Topf wenig Milch erwärmen, 2 Eier dazugeben, salzen, pfeffern und verquirlen.
4. 50 g Semmelwürfel in eine Schüssel geben, die Milch-Eier Mischung dazugeben. Die Würfel saugen die Flüssigkeit auf.
5. Die angeschwitzte Kräutermischung, 1 TL Dijon Senf und das Fleisch dazugeben und alles gut vermischen.
6. Die Masse rasten lassen.
In der Zwischenzeit:
7. Den halben Lauch halbieren und in Scheiben schneiden, in Butter anschwitzen.
8. Karotten schälen, in Scheiben schneiden und zum Lauch mischen.
9. Zucker dazugeben, 2 Minuten karamellisieren lassen.
10. Mit Suppe aufgießen, salzen, pfeffern.
11. Auf kleiner Flamme zugedeckt 20 Minuten köcheln lassen.
12. In eine Pfanne Öl und Butter geben, aus der Fleisch-Semmelwürfel-Kräuter Mischung Laibchen formen und langsam fertig braten (auf Stufe 7 aus 10).
13. Am Ende zu den Lauch-Karotten fein gehackte Petersilie mischen.
14. Servieren!
TIPP: Fleischlaibchen schmecken auch mit Erdäpfel-Gurken-Dill Salat hervorragend!

Erdäpfelgulasch

Eckart Witzigmann, der Koch des Jahrhunderts sagt: man soll zum Erdäpfelgulasch unbedingt Schweineschmalz verwenden, man kann den Originalgeschmack nur so erreichen. Ich versuche meine Gerichte nach Möglichkeit ohne Schweinefett zu kochen und bisher hat sich noch niemand über den unoriginalen Geschmack beklagt.
Man soll sich auch wegen der Kalorien der Erdäpfel keine Sorgen machen: 100 Gramm Erdäpfel enthalten nur 85 Kalorien (100 g Brot: 250 Kalorien, 100 g Reis 370 Kalorien), sie sind reich an Vitamin C und B, an Kalium und sind als Eiweißquelle den Eiern ebenbürtig. Und sie schmecken wahnsinnig gut!

Zutaten:

fest kochende Erdäpfel und Braunschweiger (1 zu 1)
1 mittlere Zwiebel pro Person
2 EL Paradeismark
Maiskern Öl
1 L Rindsuppe
(frischer) Thymian
1/2 Chilischote
3 EL Paprikapulver
2 Knoblauchzehen
2 Lorbeerblätter
1 TL Kümmel (ganz)
1 roter Paprika
Salz, Pfeffer aus der Mühle (schwarz)

1. Öl in einem großen Topf erhitzen.
2. Fein geschnittene Zwiebel dazugeben.
3. Zwiebel unter ständigem Rühren goldgelb rösten, die in Würfel geschnittenen roten Paprika dazugeben, verrühren und mitrösten.
4. Paradeismark zugeben, gut verrühren und den Topf von der Herdplatte nehmen.
5. Paprika einstreuen und ca. 2 Minuten gut verrühren.
6. Mit ca. 1 Liter Rindsuppe aufgießen und ca. 1/2 Stunde köcheln lassen.
7. Gewürze beigeben (Thymian, Chili, Lorbeerblätter, Kümmel, Knoblauch), abschmecken und weiterköcheln lassen.
8. Geschnittene Wurst und Erdäpfel dazugeben, eine halbe Stunde köcheln lassen.
9. Zum Erdäpfelgulasch passt ein grüner Salat am besten. Zum Trinken empfehle ich ein Glas Bier oder einen Schnaps.

Club Sandwich

Zutaten:

Super Soft Sandwich Toast
Gurke
Paradeiser
grüner Paprika
Schinken
Käse
Pommes Frites
Zahnstocher :)

Mayonnaise (unbedingt selber machen!)

2 Eigelb
1 KL Dijon Senf
150-200 ml Pflanzenöl
Saft von einer 1/4 Zitrone
Salz
Pfeffer aus der Mühle (schwarz)
1 TL Staubzucker

1, Mayo zubereiten: Eigelb, Senf, Salz, Pfeffer, Staubzucker und Zitronensaft gut verrühren. Unter ständigem Rühren das Öl langsam einlaufen lassen bis die Mayo eine gute Konsistenz annimmt.
2, Die Zutaten für das Sandwich schneiden, pro Sandwich: 1 Scheibe Käse, 1 Scheibe Schinken, 4 Scheiben Gurken, 4 Scheiben Paradeiser (je nach Größe), 3 Scheiben grünen Paprika.

Für Vegetarier anstatt dem Schinken eine zweite Scheibe Käse!

3, Dann geht die Bastlerei los!
Toast mit Mayo bestreichen, 1 Scheibe Käse drauf, dann die 4 Gurkenscheiben + Tomatenscheiben (Ketchup wenn gewünscht), nachher den Schinken oder die zweite Scheibe Käse, Paprika und Mayo. Deckel drauf!

Das fertige Sandwich mit zwei Zahnstochern fixieren und diagonal durchschneiden.

4, Mit Pommes und Salat servieren.

Chili con Carne

Die Scoville-Skala ist eine Skala zur Abschätzung der Schärfe von Früchten der Paprikapflanze.
Der Wert ist abhängig vom Anteil des in der getrockneten Frucht enthaltenen Capsaicins, eines Alkaloids, welches Schmerzrezeptoren der Schleimhäute reizt und somit die Schärfeempfindung auslöst.
Paprika ohne feststellbare Schärfe haben somit den Scoville-Grad 0, reines Capsaicin würde nach heutigem Kenntnisstand (je nach Quelle) zwischen 15.000.000 und 16.000.000 Scoville entsprechen. Das so beschriebene Verfahren hatte jedoch einige bedeutende Einschränkungen: Zum einen besitzt jeder Mensch eine unterschiedliche Toleranz gegenüber Capsaicin, zum anderen wird durch ständige Capsaicinaufnahme diese Toleranzschwelle heraufgesetzt. Somit ist für das Ergebnis nicht nur die Auswahl der Probanden ausschlaggebend, sondern auch, wie viele Einzeltests bereits mit einem einzelnen Probanden durchgeführt wurden.
Einfach ausgedrückt wird das Verhältnis zwischen zu bestimmender und zur Verdünnung verwendeter Flüssigkeit (i. d. R. Wasser) festgestellt. Das bedeutet, dass z. B. für einen Milliliter reinen Capsaicins 15 – 16 Millionen Milliliter Wasser (Scoville) (= 15.000 Liter = 15 m²) benötigt werden, um keine Schärfe mehr festzustellen. (1)

In unserer Nähe gibt es ein Lokal, wo man Schinken-Käse Toasts mit sechs verschiedenen Schärfegraden bestellen kann.
Der 1er ist ein klassischer Schinken-Käse Toast, der 3er ist schon eine Gaudi, aber der 5er! Zu viert (!) haben wir ihn in 3 Etappen in einer Stunde geschafft. In der Zwischenzeit – getränt, geschwitzt, geschnauft, manchmal Schüttelfrost gehabt, geschneuzt, getrunken (was überhaupt nichts hilft, aber man muss irgendetwas gegen die Schmerzen tun, es ist brutal!) und natürlich um Hilfe gebetet :)
Und der nächste Tag…
Naja, ihr könnt es euch sicher gut vorstellen: der Toast brennt zweimal!

Unser neues Gericht ist nicht ganz so scharf, hat aber auch einen leichten Nachteil, die alle Gerichte haben, die mit Bohnen zubereitet sind. Unbedingt bei offenen Fenstern schlafen, um nicht den Respekt vor seinem Partner zu verlieren !

Zutaten für 4 Personen:

1 große Zwiebel
3 Knoblauchzehen
1 roter und 1 grüner Paprika
400 g rote Bohnen (2 kleine Dose)
200 g Mais (1 Dose)
1 Chilischote
400 g Paradeiser, geschält (aus der Dose)
4 EL Rapsöl
600 g Rindsfaschiertes
1 EL Paradeismark
1/2 l Rindsuppe
Salz
Pfeffer aus der Mühle, schwarz

1. Den Topf mit dem Öl auf den Herd stellen und die feingehackte Zwiebel anschwitzen. Nach und nach Faschiertes dazugeben und gut durchrösten bis die komplette Flüssigkeit verdampft ist.
2. Paradeismark und die feingeschnittenen Paradeiser dazugeben.
3. Mit Suppe aufgießen, 20 Minuten köcheln lassen.
4. Mit Salz, Pfeffer und Knoblauch (feingehackt und zerdrückt) würzen.
5. Die feingeschnittene Chilischote ohne Kerne, die Bohnen, den Mais und die Paprikawürfel dazugeben und weitere 20 Minuten zugedeckt leicht köcheln lassen.
6. Des wird a Spaß am nächsten Tag!

Quelle: (1)

Boeuf Stroganoff

Boeuf Stroganoff ist ein beliebtes Gericht. Für Thomas Lieven sicherlich. Woher könnten wir ihn kennen? Er ist der Hauptdarsteller des Romans „Es muss nicht immer Kaviar sein“ von dem österreichischen Schriftsteller Johannes Mario Simmel. Thomas lebte in London zur Zeit des Zweiten Weltkrieges. Er arbeitet als Geheimagent für Deutschland, später für Frankreich. Das Buch erzählt von seinen Reisen und Abenteuern, in denen er immer neue Frauen kennenlernt, die er stets mit einem köstlichen Essen verführt. Die Rezepte sind im Buch tatsächlich ersichtlich und man kann sie nachkochen: Parmesanpudding, Kaviar im Schlafrock, Truthahn mit Trüffelfarce, warme Lachsbrötchen, oder das Lieblingsgericht von Thomas Lieven: Boeuf Stroganoff.

Da ich einem Geheimagenten nicht blind traue, koche ich das Rezept von Willibald Haider.

Zutaten für 2 Personen:

30 dag Rindslungenbraten
1 Zwiebel, mittelgroß
10 dag Champignons
10 dag Essiggurkerl, süßsauer
1 TL Paprikapulver, edelsüß
1/8 l Sauerrahm
Öl
Salz
Pfeffer aus der Mühle (schwarz)

1. Lungenbraten in Streifen schneiden.
2. Öl in einer schweren Bratpfanne erhitzen.
3. Das Fleisch kurz anbraten. Salzen, pfeffern und anschließend warm stellen.
WICHTIG!!! Das Sautieren (französisch „springen“, kurz in Butter braten – ist eine besondere Form des Kurzbratens, wenn Fleisch oder Gemüse durch Schwenken immer wieder gewendet und von allen Seiten gut anbraten wird) geschieht immer in kleinen Mengen. So kann nur wenig Fleischsaft austreten, das Fleisch wird geröstet und erhält eine schöne Kruste. Ist die Menge zu groß, wird das Fleisch durch die austretende Flüssigkeit bloß gedünstet.
4. Zum Bratenrückstand Öl gießen und den geschnittenen Zwiebel goldgelb anrösten.
5. Die geviertelten Champignons und die in Streifen geschnittenen Essiggurkerl dazugeben und mitbraten.
6. Paprikapulver dazugeben und verrühren.
7. Sauerrahm zum Röstgemüse gießen. (Ich verzichte auf das Mehl, wie es im Rezept steht.)
8. Kurz aufkochen, Fleischstückchen zugeben, verrühren und ziehen lassen.
9. Mit Spätzle servieren.

Beef Fajitas

fajitas

Wer sich mit dem Thema Tortillas & Co. auskennt, Hut ab!

Erstens:
Eine Tortilla ist ein mexikanisches Fladenbrot (und auch ein spanisches Omlette, aber das ist jetzt Wurst).

Zweitens:
Wenn Tortillas gefüllt sind, bekommen sie einen anderen Namen: Burritos (spanisch = kleiner Esel). Die Füllung kann unter anderem Fleisch, Bohnen, Reis, Paradeiser, Avocado, Käse, grüner Salat, saure Sahne usw. sein. Wichtig ist, dass Burritos gefüllt werden und gerollt serviert werden.

Drittens:
Die Amerikaner nennen sie Wraps (von englisch to wrap, „wickeln, einhüllen“).

Viertens:
Wenn die Tortillas und die verschiedenen Füllungen einzeln serviert werden und die Hungernden den weichen Weizenteig individuell nach Lust und Laune füllen und rollen, dann sprechen wir über Fajitas. Fajitas bestehen ursprünglich aus gegrilltem Rindfleisch, Chili und Tortillas. Aber heutzutage sind die Variationen von Füllungen endlos.

Fünftens:
Wie es ausschaut, haben wir eindeutig Fajitas gegessen! :)

Zutaten   für 4 Personen:

fertiger Tortilla Teig
pro Person 12 dag Rindslungenbraten in Streifen geschnitten
ein gelber, ein roter und ein halber grüner Paprika
1 Zwiebel
Öl
Salz
Pfeffer aus der Mühle (schwarz)
1 Becher Sauerrahm
3 mittlere Paradeiser
Mais
Eisbergsalat
Käse

1. Das Fleisch in Etappen kurz und kräftig in Öl anbraten, auf die Seite stellen.
2. Die Zwiebel in feine Spalten schneiden und in den Bratenrückstand geben, die Zwiebel sollen sich mit dem Bratenrückstand vollsaugen.
3. Die Paprikastreifen zu den Zwiebeln in die Pfanne geben und mitrösten.
4. Zum Schluss das Fleisch wieder dazugeben und alles gut durchmischen.
5. Paradeiser in Würfel schneiden, salzen und pfeffern.
6. Käse reiben.
7. Den Eisbergsalat in feine Streifen schneiden.
8. Sauerrahm glatt rühren.
9. Alle Zutaten der Füllung (Mais, Paradeiser, Käse, Salat, Sauerrahm) in kleinen Schüsseln auf den Tisch stellen.

fajitassauce

10. Die Tortillas erhitzen – siehe Packungsbeilage 😉 .
11. Den Teig befüllen: das unterste Drittel frei lassen, das braucht man zum Zusammenfalten. Die erste Schicht ist immer der Sauerrahm, danach nach Lust und Laune.
12. Falten und fertig!

fajitasfalten