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Hokkaido Nuggets

Flexitarische Ernährung. Der neue Trend. Man ist sozusagen ein Teilzeitvegetarier.

Jeder kann es für sich selber entscheiden, es gibt ja für jedes Fleischgericht auch eine entsprechend leckere vegetarische Variante. Ein Rezept für Chicken Nuggets haben wir in unserem Kochbuch noch nicht, dafür eine sehr schmackhafte marinierte Hendlhaxn Variation. Und wer wiedermal fleischlos genießen möchte, nimmt einen halben Hokkaido  Kürbis und macht daraus die von innen süßlichen und von außen knackigen vegetarischen Nuggets.

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Zutaten:

Nuggets

1/2 Hokkaido Kürbis
Semmelbrösel
Mehl
2 Eier
1 Schuss Schlagobers
Salz, Pfeffer aus der Mühle (schwarz)

Sauce tartare (Veggie, ohne Sardellen)

2 Eidotter
Zitronensaft
1 KL Dijon Senf
Öl
2 Essiggurkerl
2 EL Essiggurkerlwasser
Silberzwiebel
Salz, Pfeffer aus der Mühle (schwarz)

Öl und Butter zum Backen
Zitrone und Preiselbeermarmelade zum Servieren

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1, Sauce tartare: Die 2 Eidotter in eine kleine Schüssel geben, salzen, pfeffern. 1 KL Dijon Senf und Zitronensaft dazugeben. Mit dem Schneebesen gut rühren, langsam Öl eintröpfeln (eine Küchenhilfe ist jetzt sehr praktisch :)) und fest weiterrühren, bis die Mayonnaise fertig ist. Zwei Essiggurkerl fein würfeln, 2 EL Silberzwiebel fein schneiden, alles in eine andere Schüssel geben, die Mayo dazu und 1 bis 2 EL Essiggurkerlwasser dazumischen. Gut durchmischen und dann kalt stellen!
2, Den Kürbis halbieren, von den Kernen befreien, in gleich große Stücke schneiden und entrinden. Die Stücke leicht mit der Gabel einritzen, damit die Panier besser hält.
3, Die Kürbisstücke in Mehl, dann in der gesalzenen und gepfefferten Mischung aus Ei und Schlagobers und anschließend in den Semmelbrösel wenden.
4, In einer Mischung aus Öl und Butter (Stufe 7 aus 10) goldgelb braten, mehrmals wenden.
5, Mit der Sause tartare, Zitrone, Preiselbeermarmelade und Salat (zum Beispiel Erdäpfelsalat) servieren.

 

 

 

Kohlrabischnitzel „Wiener Art“ mit Petersilienerdäpfel und Erbsen

Wenn Sonntag Mittag, dann Schnitzel mit Erdäpfelsalat!

Und dass auch die Vegetarier etwas zum Beißen  kriegen, gibt es heute eine fleischlose Möglichkeit: Frisch, geschmackig, Kohlrabi! Genauso gut schmeckt es auch aus Sellerie!

Ihr könnt die Beilagen nach Lust und Laune variieren.

kohlrabischnitzel5

Zutaten:

pro Person 3 Scheiben (ca. 1/2 bis 1 cm dick) Kohlrabi

Panier

Mehl, Eier-Schlagobersmischung (gesalzen, gepfeffert), Semmelbrösel, Öl-Buttermischung zum Backen

Vor dem Panieren die Kohlrabischeiben salzen und pfeffern.

kohlrabischnitzel1

Beilagen

festkochende Erdäpfel
Petersil
Salz
Tiefkühlerbsen
kleines Stück Butter
wenig Suppe
Zitrone
Preiselbeermarmelade

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Petersilerdäpfel

Erdäpfel schälen, vierteln und in reichlich Salzwasser ca. 20 Minuten gar kochen. Wasser abgießen, Butter dazu, salzen und die fein gehackte Petersilie dazu (nicht mit Petersilie sparen!).

Erbsen

Tiefkühlerbsen in wenig Suppe und einem Stück Butter ca. 2-3 Minuten köcheln, leicht salzen. Ja, fertig :)

Rindsrouladen mit Erdäpfelpüree und Blaukraut

Ihr braucht zwei Dinge, wenn ihr Rindsrouladen macht: Geduld und Qualität.

Es dauert stundenlang, bis das Essen endlich auf den Tisch kommt: Nicht nur die Rouladen, sondern auch die Beilagen sind ein bisschen zeitaufwendig. Spart nicht bei der Qualität der Zutaten: Fleisch vom Metzger und Rotwein von Nigl (Point) nehmen!

Ich koche in letzter Zeit hauptsächlich vegetarische Gerichte, manchmal so ein hervorragendes Fleischgericht macht aber auch Spaß. Nicht nur das Essen selber, auch die Zubereitung: Die Kostproben, wie die Geschmäcker sich entwickeln und natürlich immer wieder ein Schluck Küchenwein dazu :)

Die Vegetarier können einfach die zwei Beilagen genießen und auch satt vom Tisch aufstehen.

RINDSROULADEN (4 Stück)

Zutaten

ROULADEN

Rindfleisch (Oberschale) pro Roulade ca 18 dkg
1 1/2 Karotten
3 Essiggurken
Tomatenmark
Tiroler Bauernspeck (pro Roulade drei dünne Scheiben)
Dijon Senf
Öl

SAUCE

1 Zwiebel
1 Karotte
1/8 Sellerie
Staubzucker
1/8 L Suppe
1/2 L Rotwein
2 EL Preiselbeermarmelade

1, Rindfleisch klopfen.
2, Mit Dijon Senf einseitig bestreichen. Pro Roulade 3 Scheiben Tiroler Bauernspeck, 4 Karottenstifte und 4 Essiggurkenstifte auf das Fleisch legen, aufrollen und mit 2 Zahnstochern fixieren.

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3, In der Zwischenzeit die Zutaten für die Sauce vorbereiten: Zwiebel fein würfeln, Karotte und Sellerie schälen und fein reiben.
4, Rindsrouladen in einem großen Topf in heißem Öl von allen Seiten scharf anbraten. Rouladen herausnehmen und in eine Schüssel geben.
5, In den Bratenrückstand Staubzucker geben, leicht karamellisieren lassen. Zwiebel, Karotten und Sellerie dazugeben, anrösten. ACHTUNG, SCHNELL ARBEITEN, DASS NICHTS VERBRENNT!
6, Topf von der Flamme ziehen, 1 EL Tomatenmark dazu, kurz mitrösten.
7, Mit Suppe und Rotwein ablöschen. Salzen und pfeffern.
8, Die Rouladen wieder hinein. Den Fleischsaft in der Schüssel nicht vergessen. Und dann ca. 2 Stunden leicht simmern lassen, den Deckel drauf aber nicht ganz verschließen. Die Rouladen manchmal umdrehen!

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9, Nach ca. einer 1/2 Stunde die Preiselbeermarmelade dazugeben.

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BLAUKRAUT

Zutaten

1 Kopf Blaukraut (ca. 1 kg)
1/8 Liter frisch gepresster Orangensaft
etwas Zitronensaft
1  Zwiebel
Öl zum Anschwitzen der Zwiebel
1/4 Liter Rotwein
1 EL Zucker
Salz
Suppe zum Aufgießen
2 mittlere Äpfel (säuerlich)
1 EL Preiselbeermarmelade
1 Prise Zimt

1, Krautkopf halbieren, Strunk entfernen, Kraut hobeln oder in feine Streifen schneiden. Gut salzen, mit Orangen- und Zitronensaft vermischen und mindestens eine Stunde marinieren.
2, Zwiebel in kleine Würfel schneiden, im Öl glasig anschwitzen. Zucker einrühren, mit Rotwein ablöschen.
3, Blaukraut dazugeben, mit Suppe aufgießen und ca. eine Stunde unter mehrmaligem Umrühren zugedeckt weich dünsten.
4, Anschließend die geschälte Äpfel reiben, mit der Preiselbeermarmelade und dem Zimt unterrühren. 10 Minuten dünsten.

Am besten schmeckt das Blaukraut, wenn man es einmal komplett auskühlen lässt und am nächsten Tag serviert.

ACHTUNG!!! STINKGEFAHR!!!
Wohnung/Haus auch zwischendurch und nach dem Kochen einmal ordentlich durchlüften!

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ERDÄPFELPÜREE

Zutaten

1/2 kg Erdäpfel (ich nehme die festkochenden von Pfanni Beste Ernte, die schmecken konstant gut)
50 g Butter
1/4 bis 1/3 L Milch je nach Konsistenz der Erdäpfel
Salz

1, Erdäpfel schälen, in gleich große Stücke schneiden und in Salzwasser weich kochen (ca. 20 Minuten).
2, Kochwasser wegleeren, die Butter zu den Erdäpfel geben und schmelzen lassen.
3, Mit einer Gabel die Erdäpfel fein drücken und mit Milch aufgießen. Gut salzen und richtig gut verrühren bis ein feines Püree entsteht.

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Sellerieschaumsuppe

Manche Leute knabbern gern an einer Selleriestange. Staudensellerie ist erstens sehr gesund: Er schützt den Magen, entschlackt, ist gut gegen Entzündungen und regt die Nieren an, unterstützt den Körper beim Abnehmen… Und so weiter, und so fort, die positive Wirkungen sind fast nicht aufzählbar. Zweitens: Er schmeckt gar nicht so schlecht, nehmen wir einmal an, dass er ganz frisch ist.

Heute geht es aber um den Knollensellerie: Er hat im Gegensatz zum Staudensellerie eine große, knorrige Wurzel und schmeckt sehr herb, weil er viele ätherische Öle enthält. Und noch zwei wichtige Sachen: Eisen und Calcium. Deswegen ist der Knollensellerie eine gute Variante für Vegetarier und Veganer, um diese zwei Stoffe auch ohne Fleischzufuhr zu bekommen. Man kann aus Knollensellerie nicht nur eine aromatiche Suppe kochen, er schmeckt auch als Schnitzel hervorragend und bedeutet eine super leckere Alternative für Vegetarier.

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Zutaten

250 g Sellerieknollen, geschält
50 g Butter
1 kleine Zwiebel
1/2 Liter Rindsuppe
200 ml Schlagobers
Saft und Zesten einer halben Zitrone
Salz
Pfeffer aus der Mühle, schwarz

1, Zwiebel und Sellerie fein schneiden und in Butter anschwitzen.
2, Mit Suppe aufgießen und einige Minuten weich dünsten.
3, Schlagobers dazugeben, noch einmal aufkochen.
4, Salzen, pfeffern und fein mixen.
5, Zitronensaft dazu, einmal durchrühren, mit Zitronenzesten garnieren.

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Zitronenrisotto

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Der Ort Limone am Gardasee ist bekannt für seine Zitronengärten.
Limonaia del Castèl – Das historiche Gewächshaus: Hier haben Gäste und Einheimische die Gelegenheit etwas über die Geschichte des Gewächshauses und des Anbaus von Zitrusfrüchten zu erfahren. Tagsüber ist das kleine Dorf, die Gärten und das Gewächshaus ziemlich mit Touristen gefüllt, aber außerhalb der regulären Öffnungszeiten hat man manchmal die Möglichkeit bis 23 Uhr das Haus anzuschauen und eine leckere Zitronentarte zu kosten.

Das Zitronenaroma gibt diesem Risotto eine feine, frische Note; es ist in 20 Minuten fertig, die Zutaten sind bestimmt in jeder Küche auffindbar und es bringt ein bisschen Frühlingsstimmung in den Winter.

Klick auf das Foto und es wird schön groß :)

Zutaten für 2 Personen:

150 g Arborio Risotto Reis
1 kleine Zwiebel oder Schalotte
1 Knoblauchzehe
1/3 Liter warme Gemüse- oder Rindsuppe
Olivenöl
30 g Parmesan
20 g Butter
1/8 Liter Weißwein zum Ablöschen
1 Zitrone (Zesten der Ganzen, Saft der Halben)

1, Knoblauch und Zwiebel fein schneiden und in Olivenöl anschwitzen. Den Reis dazugeben und so lange rösten bis der Reis leicht durchsichtig, glasig wird (Stufe 9 aus 9).
2, Mit Wein ablöschen, rühren bis die Flüssigkeit fast verschwindet, salzen, pfeffern. Kelle für Kelle mit Suppe aufgießen. 18 Minuten dünsten (Stufe 7 aus 9).
3, Mit Zitronensaft und Zitronenzesten würzen.
4, Von Herd ziehen, den geriebenen Parmesan und die kalte Butter einrühren,2-3 Minuten rasten lassen und dann auf vorgewärmten Tellern servieren.

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Forelle in Alufolie mit Blitva

Schubart: Die Forelle

In einem Bächlein helle,
Da schoß in froher Eil’
Die launige Forelle
Vorüber wie ein Pfeil.
Ich stand an dem Gestade,
Und sah in süßer Ruh’
Des muntern Fisches Bade
Im klaren Bächlein zu.

Ein Fischer mit der Ruthe
Wohl an dem Ufer stand,
Und sah’s mit kaltem Blute,
Wie sich das Fischlein wand.
So lang dem Wasser Helle,
So dacht’ ich, nicht gebricht,
So fängt er die Forelle
Mit seiner Angel nicht.

Doch plötzlich ward dem Diebe
Die Zeit zu lang. Er macht
Das Bächlein tückisch trübe
Und eh’ ich es gedacht; –
So zuckte seine Ruthe,
Das Fischlein zappelt dran,
Und ich mit regem Blute
Sah die Betrogne an.

Die ihr am goldnen Quelle
Der sichern Jugend weilt,
Denkt doch an die Forelle;
Seht ihr Gefahr, so eilt!
Meist fehlt ihr nur aus Mangel
Der Klugheit. Mädchen seht
Verführer mit der Angel! –
Sonst blutet ihr zu spät.

Forelle in Alufolie

1 Forelle
1/2 Zitrone
1/2 Bund Petersilie
8 Cocktailtomaten
Olivenöl
Weißwein
Salz
Pfeffer aus der Mühle (schwarz)

1, Den Fisch von allen Seiten (auch innen) mit Salz und Pfeffer gut würzen.
2, Auf die Alufolie legen, Petersilie in den Fisch, Zitrone und Tomaten daneben. Mit der Folie eine Tasche bilden, den Fisch mit Olivenöl beträufeln, ein Glas Weißwein dazugeben und die Tasche gut verschließen.

3, Bei 200 Grad zwischen 30 und 40 Minuten in den Herd (Ober/Unterhitze).

Blitva

300 g Mangold
300 g Erdäpfel (fest kochend)
1 Knoblauchzehe
Olivenöl (am besten aus Istrien)
Salz
Pfeffer aus der Mühle (schwarz)

1, Die Erdäpfel schälen, in mittelgroße Stücke schneiden und in Salzwasser weich kochen.
2, Den Mangold vom Strunk befreien (das weiße, harte herausschneiden) und in feine Streifen schneiden.
3, Den Knoblauch vom Treib befreien, fein hacken und in Olivenöl anschwitzen, Mangold dazu, salzen, pfeffern. Die gekochten Erdäpfel dazugeben, mit der Gabel leicht zerdrücken.
4, Beim Servieren mit Olivenöl beträufeln.

Putenschnitzel nach Wiener Art

„Im Ausland lernt man die Heimat erst schätzen. Ich weiß schon: Die Leute ham mir als jungen Menschen früher vorgehalten, der Krankl würd‘ schon in Amstetten Heimweh kriegen. Trottln. Sie haben auch gespottet, dass der Krankl am liebsten Wienerschnitzel und Fleischlaberln isst. Das war eine Riesengaudi: ‚Ha, ha, ha‘, ham die Leute gelacht. Nur, fragen Sie einmal den Mann von der Straße, was er am liebsten isst. Was glauben Sie, hat der Österreicher am liebsten?“

(Johann „Hans“ Krankl)

Zutaten:

1 Putenschnitzel pro Person (ich verwende meist Putenfleisch, weil Kalbsfleisch oft schwierig zu besorgen ist)*
2-3 festkochende Erdäpfel pro Person
1 halbe Zwiebel
1 halber Bund Petersilie
Zucker
Salz
Pfeffer aus der Mühle (schwarz)
Rindsuppe
1 TL Dijon Senf
Weißweinessig
Maiskernöl
Zum Panieren: Mehl, Eier, Milch, Semmelbrösel
Zitrone
Preiselbeermarmelade

*Verwendet man kein Kalbsfleisch, so spricht man immer von einem „… – Schnitzel nach Wiener Art“; nur bei einem Kalbsfleischschnitzel, darf das Gericht „Wienerschnitzel“ genannt werden!

1. Erdäpfel 20-30 Minuten gar kochen (je nach Größe).
In der Zwischenzeit das Dressing zubereiten:
2. Ganz wenig Wasser in eine Pfanne überstellen, wenn es lauwarm ist, die fein gehackte Zwiebel im Wasser erwärmen, dadurch verliert die Zwiebel ihre Schärfe.
3. Ordentlich salzen, pfeffern.
4. Einen TL Dijon Senf untermischen.
5. Ein bisschen Rindsuppe dazugeben.
6. Ein Teil Weißweinessig, 2 Teile Maiskernöl dazumischen.
7. Die gekochten Erdäpfel im noch warmen Zustand schälen und blättrig schneiden, mit dem Dressing gut vermischen und ziehen lassen. Kurz vor dem Servieren frische, fein gehackte Petersilie dazugeben.
WICHTIG: Die Erdäpfel und das Dressing müssen warm und vermischt sein! Mindestens 1/2 – 1 Stunde ziehen lassen, so schmeckt der Salat bedeutend besser!
8. Schnitzel beidseitig klopfen. Kräftig salzen, pfeffern.
9. Panieren: Mehl, Eier-Milchmischung (gut verquirlen), am Ende Semmelbrösel.
10. Schnitzel in einer Butter – Öl Mischung (1 Teil Butter, 1 Teil Öl, erhitzen, Butter dazugeben) goldbraun backen (bei mir auf Stufe 7 aus 10).
WICHTIG: Nachdem wir die Butter zum Öl dazugegeben haben, müssen wir warten, bis der sich lösende, weiße Butterschaum weg ist.
11. Das fertige Schnitzel abtropfen lassen (auf Küchenrollenpapier).
12. Mit Zitrone und reichlich Preiselbeermarmelade servieren.

Weinempfehlung: Grüner Veltliner, Senftenberger Piri, Nigl. (HIGHLIGHT!!!!!)

Spanische Mandeltorte

Die Legende besagt, dass der heilige Jakobus im Jahre 44 nach Christus vom König Herodes ermordet wurde. Seine Jünger nahmen den Leichnam bei Nacht und Nebel an sich und segelten auf einem wunderbarlichen Schiff durchs Mittelmeer, um Spanien herum nach Norden und landeten schließlich an der galizischen Küste. Sie trugen den Leichnam an Land und begruben ihn nach vielen wunderbaren Ereignissen an der von Gott bezeichneten Stelle. Dort wurde das Grab dann im neunten Jahrhundert von einem frommen Einsiedler entdeckt. Es gab im Laufe der Geschichte viele Zweifler an der Echtheit des Apostelgrabes. Der prominenteste war sicherlich Martin Luther, der sogar der Meinung war, dass sich wohl eher ein toter Hund in dem Sarkophag befindet als der Leichnam des Apostels! Zudem findet sich in den ersten schriftlichen Aufzeichnungen über die Missionstätigkeit kein einziger Hinweis darauf, dass Jakobus in Spanien missioniert haben soll. Die geschichtliche Bedeutung und der Stellenwert des Jakobsweges für jeden einzelnen Pilger wird durch die Tatsache, dass das Apostelgrab gar nicht existiert, in keinster Weise geschmälert: Das beweisen gerade heute tausende von Pilgern, die auf diesem Weg näher zu sich selbst, zu ihren eigenen Bedürfnissen und damit näher zu Gott finden!

Die Wege in Österreich gehen weitgehend auf eine Privatinitiative des Autors Peter Lindenthal zurück, der 1997 damit begonnen hatte, durch Nachforschungen im Gelände einen Ost-West-Weg von Wolfsthal nach Feldkirch zu erschließen und die Route mit Holztäfelchen sporadisch bezeichnete. (1)

Mittlerweile wurden einige Abschnitte, z. B. Göttweig-Melk, in Oberösterreich, Salzburg und Tirol von Tourismusorganisationen sowie teils in Eigeninitiative beschildert. (2)

Die Pilger sollen hochwertige Lebensmittel mitnehmen, weil sie auf dem Weg große körperliche Leistungen vollbringen. Dazu passend empfehle ich heute eine klassische spanische Mandeltorte, die nicht nur für die Pilger, sondern auch allen Freude machen kann: die Zubereitung ist leicht, die Torte hält wochenlang und ein kleines Stück genügt um satt zu sein.
Das Rezept ist von meinen spanischen Bekannten.

Tarta de Santiago

Zutaten:

6 Eier
27,5 dag Kristallzucker
Zitronenschale
50 dag geschälte, fein geriebene Mandeln

1. Backrohr auf 150 Grad vorheizen.
2. Eine Springform mit Öl bestreichen, Boden mit Backpapier auslegen.
3. Eier schaumig rühren (nicht verzweifeln, das ist Knochenarbeit ohne Rührstab, quasi ein Vorgeschmack auf den Pilgerweg!), Zucker einrieseln lassen und die Masse dick cremig aufschlagen. Geriebene Zitronenschale und eine Prise Salz zugeben. Mandel löffelweise zumischen.
4. Masse in die Form füllen und ca. eine Stunde backen. (Wenn man die Torte mit einem Holzspieß ansticht und keine Masse daran haftet, ist die Torte fertig gebacken.)
5. Torte aus dem Rohr nehmen und in der Form auskühlen lassen.
6. Mit Staubzucker bestreuen und servieren. (Traditionell gehört darauf das Kreuz der Jakobsritter, man kann ein passendes Muster im Internet schnell finden, ausdrucken, ausschneiden und verwenden.)

(1): www.jakobsweg-tirol.net
(2): http://de.wikipedia.org/wiki/Jakobsweg

Marillenknödel

Eine Riesenpatzerei mit dem weichen Topfenteig, das Ergebnis ist es wert!

Zutaten:

für 6 mittelgroße Knödel

3 große oder 6 kleine Marillen
250 g Topfen (mind. 20% Fett)
100 g Semmelbrösel
1 Ei
1 Dotter
25 g Butter
1 EL Staubzucker
Zitronenzesten einer halben Zitrone
Prise Salz
Mehl zum Bestäuben und Hände bemehlen

Butterbrösel

70 g Butter
100 g Brösel
30 g Zucker

1, Topfen, Butter, Eier, Zitronenzesten, Zucker, Salz und Brösel zu einem lockeren Teig vermengen und für 20 Minuten in den Kühlschrank stellen. Keine Panik, der Teig ist sehr locker und fluffig!
2, Die Marillen entkernen, bei kleinen Marillen einen Kaffeelöffel Zucker in die Mitte geben. Bei großen, die Marillen halbieren und dann so einschneiden, dass man sie zusammenrollen kann. Ebenfalls einen Löffel Zucker dazwischen geben.
3, In einem Topf reichlich Wasser (leicht gesalzen) aufkochen.
4, Die Hände bemehlen !!!, mit einem Esslöffel eine handgroße Form vom Teig abstechen, auf die Hand legen, die Marille drauflegen und VORSICHTIG die Marille ummanteln. Ab ins Salzwasser.
5, Für ca. 10-12 Minuten die Knödel leicht wallend köcheln lassen.
6, Pfanne mit Butter überstellen, die Brösel mit Zucker darin rösten.
7, Die gut abgetropften Knödel in der Butter-Brösel-Zucker-Mischung wälzen, mit Staubzucker bestäuben und servieren!

Linzer Torte

Die Linzer Torte.

Monodrama in einem Aufzug. Ohne happy end.

Person: die Linzer Torte.

Erste (und letzte) Szene.
Küche. Zutaten und Geschirr liegen überall. Die Linzer Torte ist fast fertig, sie liegt schon auf dem Pult und wartet ungeduldig auf die Krönung: auf die Deko aus Mandeln.

Na, endlich. Mir war schon zu heiß da drinnen und hab mir gedacht, sie haben mich vergessen. Der Blonde mit der komischen „Hier kocht der Chef“-Haube und der kleine Zappelphilipp, der ein bisschen komisch deutsch spricht. Aber endlich haben sie mich gerettet. Jetzt bin ich göttlich weich und so schön braun, wovon die zwei auch im August nur träumen können. Und bin natürlich ungeduldig. Sie stehen über mir und diskutieren, ob ich schon zur Krönung bereit bin. Statt quatschen könnten sie mich endlich vollenden.

Oh, ja! Da sind sie! Die gehobelten Mandeln!

Aber was tut er denn mit denen? Sch***e! Sie sind nicht angeröstet!

Ok, vergessen wir es! Anfängerfehler, nicht so tragisch!

Aber was jetzt passiert, verstehe ich überhaupt nicht. Was bedeutet dieser große Schwung mit der Schüssel? Oh mein Gott! Er ist echt ein Anfänger! Ich glaube, ich werde keine Krone, sondern einen Mantel bekommen.

Es ist soweit. Ich schaue total hässlich aus. Vor einer Minute habe ich noch schöne Gitter gehabt, jetzt sieht man nichts mehr davon! Statt meinen knusprigen Rand mit Mandelblättern zu belegen, hat er meinen ganzen Körper bestreut.

Mein ziemlich entfernter Verwandter, namens SHAKE-speare, oder etwas ähnliches, hat einmal geschrieben: „Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage.“ Ich habe das Nichtsein gewählt. Will so schnell wie möglich die Vernichtung. Die Vernichtung in einem Magen und das Staffelholz weitergeben. Die Nächste wird vielleicht besser wegkommen.

Schau-schau! Der Zappelphilipp springt schon hin und her und beteuert, dass ich überhaupt nicht so ausschauen sollte und dass sie alles falsch gemacht haben. Gut. Der Haubenkoch ist einverstanden. Es gibt doch eine Hoffnung für meine Nachfolgerin. Aber solange, wie ich hier bin, wird es keine andere Linzer Torte geben.

Auf die Gabel, in den Mund! Ruhe in Frieden!

ENDE

//Nachwort: Wir haben später die Dekoration richtig gemacht, hier sieht man das Ergebnis.//

Das Grundrezept ist angelehnt an das Rezept von Eckart Witzigmann.

Zutaten für 1 Springform von 28 cm Durchmesser:

200 g Butter
150 g Staubzucker
50 g Vanillezucker
1 TL gemahlener Zimt
1 Prise gemahlene Nelken
1 Prise Salz
Saft und abgeriebene Schale von 1/2 unbehandelten Zitrone
20 ml Kirschwasser
3 Eier
1 Eigelb
1 TL Hirschhornsalz
1 TL Milch
150 g mit der Schale geriebene Mandeln
130 g Roggenmehl
Oblaten
250 g eingemachte Preiselbeeren (schwedische)
3 bis 4 EL Marillenmarmelade (von Staud’s)
30 g gehobelte, leicht geröstete Mandeln

1. Die Butter mit dem Staubzucker, dem Vanillezucker, den Gewürzen, dem Salz, der Zitronenschale und dem Kirschwasser schaumig schlagen.
2. Nach und nach die Eier und zum Schluss das Eigelb unterrühren.
3. Das Hirschhornsalz in der Milch auflösen.
4. Mandeln und 100 g Mehl vermischen.
5. Den Backofen auf 180 Grad vorheizen, die Backform einfetten und leicht mit Mehl bestäuben.
6. Die Mandel-Mehl-Mischung und das aufgelöste Hirschhornsalz kurz und kräftig mit dem Schneebesen unter die Schaummasse rühren.
7. 3/4 des Teiges in die Springform füllen und glattstreichen.
8. Den Teig mit Oblaten belegen und die Preiselbeeren gleichmäßig darauf verteilen.

TIPP: Die Preiselbeermarmelade nicht ganz bis zum Rand verstreichen, sonst rinnt sie beim Backen über den Teig und verbrennt!

9. Unter den übrigen Teig das restliche Mehl ziehen und mit einem Spritzbeutel ein Gitter auf die Torte spritzen.
10. Die Form auf die unterste Schiene im Backofen stellen und die Hitze auf 170 Grad herunterschalten. Die Torte ca. 35 Minuten backen.
11. Aus dem Ofen nehmen, sofort mit der heißen Marillenmarmelade bestreichen, mit den gehobelten Mandeln bestreuen und im Ring erkalten lassen.